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Chronik

"Unverwiestlich" — das pfiffige Lied der sächsischen Mundartdichterin Lene Voigt (1891-1962), flott vertont und anspruchsvoll vierstimmig gesetzt von Helmut Werler, gehört zu den Lieblingsliedern des Frauenchores Leipzig-Süd e.V. Unverwüstlich wie die Mundarthymne ist auch das Frauenensemble selbst, das im Oktober 2009 sein 30-jähriges Chorjubiläum beging.
Gegründet 1979 als Stadtbezirkschor Süd am Kulturhaus Steinstraße,, wird das Ensemble seit 1981 von Berufschorsänger Helmut Werler als Frauenchor weitergeführt. Eine fruchtbare, auf Freude am Singen, aber auch an stimmlicher Weiterentwicklung basierende Zusammenarbeit begann, die bis zum heutigen Tag anhält. Zum Profil des Chores gehört ein vielseitiges und interessantes Repertoire aus alter und neuer, ernster und heiterer, geistlicher und weltlicher Musik. Alte und neue Volkslieder werden ebenso einstudiert wie Literatur des italienischen Frühbarocks, Sätze der Romantik Mendelssohn, Schubert, Schumann, Brahms — bis hin zu Stücken des 20. Jahrhunderts von Hindemith, Bartök, Distler und Dessau. Stolz ist der Chor, dass zu besonderen Anlässen wie Chorjubiläen Kompositionen eigens für das Ensemble geschrieben wurden, so 2004 „Drei Frauenchöre nach ungarischer Dichtung" von Jürgen Dietze. Ein besonderer Höhepunkt war im Paul-Gerhardt-Jahr 2007 die vom Chorleiter komponierte Choralmotette „Befiehl du deine Wege", die in der Kirche Leipzig-Wiederitzsch uraufgeführt wurde. Ebenfalls zu diesem Gedenkjahr nahm der Chor an der Uraufführung der Kantate „Du meine Seele singe" von Oskar Gottlieb Blarr mit 3000 weiteren Sängern in Ferropolis teil — ein großes Erlebnis! In jüngster Zeit entdeckte das Ensemble zunehmend für sich Lieder des großen Leipziger Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy. Vor allem aber haben es den Sängerinnen die Lieder verschiedener Mundarten, besonders die sächsischen auf Lene-Voigt-Texte, von Helmut Werler vertont, angetan. So hat sich seit einigen Jahren ein fruchtbarer Kontakt zur Lene-Voigt-Gesellschaft und dem Institut zur Bewahrung der sächsischen Mundart in Borna entwickelt. Mehrfach erfreuten die Sängerinnen die Zuhörer auf den vom Institut veranstalteten "Sächsischen Sonntagssoireen" mit Lene-Voigt-Klassikern.

Etwa 15 Auftritte bestreitet das Ensemble im Jahr. Traditionelle Auftrittsorte sind Senioren- und Pflegeheime wie das Leipziger Altenheim „Marthahaus", Kirchen oder Bühnen unter freiem Himmel bei Stadt-, Sänger- und Volksfesten. Zu den Höhepunkten zählt immer wieder das Foyersingen des Leipziger Chorverbandes zur Adventszeit im Gewandhaus; eine Besonderheit 2008 war außerdem die „Weihnachtsgeschichte" von John Rutter — gemeinsam gesungen mit anderen Chören. Unvergesslich bleiben den Chorfrauen die Auftritte in der Klosterruine Memleben, am Leipziger Schillerhaus oder zusammen mit dem Reichenbacher Frauenchor auf der sächsischen Landesgartenschau.
Am Schnatterpegel lässt sich messen, dass sich montags, 18.30 Uhr, 25 bis 30 Frauen von 22 bis 85 Jahren aufeinander und auf das gemeinsame Singen freuen. Die verschworene Chorgemeinschaft trifft sich aber auch zu Geselligkeiten wie Fasching, Sommerfest, Weihnachtsfeier und beim jährlichen Chorwochenende in Buchheim/Bad Lausick.
Regina Mechold, die seit zehn Jahren dem Chor die Treue hält, bekennt:„Ich habe hier enorm viel Liedgut kennen gelernt. Chorarbeit ist mitunter auch anstrengend, aber die Erfolgserlebnisse bei den Auftritten, wenn unsere Freude auf das Publikum überspringt, lohnen allemal die Mühe." Vereinsvorsitzende Hannelore Günther möchte die Chorproben und -auftritte nicht missen: „Sie sind für mich Freude, Entspannung,
Lustgewinn — ein Jungbrunnen." All dies macht den Frauenchor Leipzig-Süd e. V. auch für die Zukunft „unverwiestlich", denn wie heißt es bei Lene Voigt: „Das gonnte noch viel schlimmer gomm/so feixen richtche Sachsen./Was andre forchtbar schwär genomm,/ däm fiehln se sich gewachsen."